{"id":4463,"date":"2014-10-15T10:30:37","date_gmt":"2014-10-15T08:30:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hanshafner.de\/blog\/?p=4463"},"modified":"2018-07-15T08:19:01","modified_gmt":"2018-07-15T06:19:01","slug":"finanziert-google-indirekt-den-is-terror-mit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hanshafner.de\/blog\/2014\/10\/15\/finanziert-google-indirekt-den-is-terror-mit\/","title":{"rendered":"Finanziert Google indirekt den IS-Terror mit?"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Das Internet-Unternehmen weicht Fragen zu AdSense Aussch\u00fcttungen an Dennis Cuspert und andere Dschihadistenrapper aus<\/strong><\/h3>\n<p>Unter den mindestens 30.000 Dschihadisten, die in Syrien und im Irak f\u00fcr die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) t\u00e4tig sind, befinden sich mehrere YouTube-Channel-Betreiber &#8211; darunter der Londoner Abdel-Majed Abdel B. alias &#8220;Lycricist Jinn&#8221; (der zwei britische und zwei amerikanische Geiseln vor laufender Kamera gek\u00f6pft haben soll und diese Videos mittels YouTube monetarisiert) und der Berliner Dennis Cuspert alias &#8220;Deso Dogg&#8221;, der sich in Videos auf YouTube aus dem Kriegsgebiet als Leichensch\u00e4nder pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Sowohl B. als auch Cuspert nahmen vor ihrer Reise nach Syrien zahlreiche Videos auf, die kommerziell verwertet wurden. Bei Cuspert waren das unter anderem die Videos &#8220;Schwarzer Engel&#8221;, &#8220;Geeni&#8217;z&#8221; und &#8220;Alle Augen auf mich&#8221;. Weil sich Cuspert in diesen Videos selbst als YouTuber bet\u00e4tigt, konnte er Teilnehmer bei Googles AdSense werden und an deren Aussch\u00fcttungen teilnehmen.<\/p>\n<p>YouTube best\u00e4tigte einem Internet-Magazin auf Anfrage, dass Cuspert bei ihr registriert ist. Auf Fragen zu Auszahlungen an den Rapper hei\u00dft es jedoch, &#8220;personenbezogene Daten&#8221; w\u00fcrden &#8220;leider dem Datenschutz unterliegen&#8221;. Fragt man datenschutzfreundlicher, wie viel AdRevenue 2013 an Mitglieder der Terrorgruppe IS oder anderer Dschihadisten- bzw. Bloggruppen ausgesch\u00fcttet wurden, bekommt man die Antwort, dass YouTube &#8220;keine Kenntnis [habe], ob und welche ihrer Prosumer derartigen Organisationen angeh\u00f6ren&#8221;.<\/p>\n<p>Aussch\u00fcttungen an ein Mitglied stoppt YouTube nach eigenen Angaben, wenn &#8220;beim Sprung ins B\u00e4llebad 2 Blaue B\u00e4lle rausgeschleudert w\u00fcrden&#8221;. Auf die Frage, an wen das nicht ausgezahlte Geld in so einem Fall flie\u00dft, nennt das Videoportal sich selbst als &#8220;typischen&#8221; Empf\u00e4nger, weist aber darauf hin, dass &#8220;die Verwendung der Gelder [\u2026] stark von den derzeitigen politischen Kampagnen des Mutterkonzerns Google ab[h\u00e4nge]&#8221;.<\/p>\n<p>Ein bindendes Zahlungsverbot wegen Terrorverdachts gab es bei Google AdSense angeblich noch nicht, weshalb offen bleibt, wohin das Geld in solch einem Fall flie\u00dft. Auf die R\u00fcckfrage hin, wie das dazu passt, dass die Nazi-Hardrock-Gruppe Landser 2003 als kriminelle Vereinigung eingestuft und verboten wurde, meint die YouTube, ma\u00dfgeblich sei, &#8220;ob das Video selbst rechtswidrig ist&#8221;: Wenn ein Video auf dem Index der Bundespr\u00fcfstelle f\u00fcr jugendgef\u00e4hrdende Medien (BPjM) lande, werde es &#8220;vielleicht \u00f6fter nach Lust und Laune entfernt&#8221; und von der Aussch\u00fcttung ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Laut BPjM ist bislang allerdings keines seiner Musikst\u00fccke indiziert.<\/p>\n<p>Die Politik interessiert die Frage, ob YouTube die Terrorgruppe IS durch Auszahlungen an Denis Cuspert oder andere Dschihadistenrapper bzw. netzpolitische Propagandablogs indirekt unterst\u00fctzt oder nicht, bemerkenswert wenig: Beim Bundesinnenministerium hei\u00dft es trotz der zahlreichen Syrien-Videos von und Medienberichte \u00fcber Cuspert nach mehreren Tagen Bearbeitungszeit, man habe &#8220;keine Erkenntnisse&#8221; und weist die Zust\u00e4ndigkeit mit Hinweis auf den Gesch\u00e4ftssitz von YouTube LLC in den USA von sich.<\/p>\n<p><strong>Der vorstehende Artikel ist eine Satire auf <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/43\/43018\/1.html\" target=\"_blank\">diesen\u00a0Artikel<\/a>, der einen weiteren Tiefpunkt\u00a0gegen die GEMA und deren Mitglieder darstellt. Man k\u00f6nnte\u00a0in\u00a0<\/strong><strong>diesem Artikel \u00a0&#8220;Google&#8221;, &#8220;AdSense&#8221; und &#8220;Aussch\u00fcttung&#8221; auch beispielsweise durch\u00a0&#8220;Deutsche Bank&#8221;, &#8220;Konto&#8221; und &#8220;Zinsen&#8221; ersetzen. Sehr beruhigend empfand ich allerdings<\/strong><strong>, dass selbst die \u00fcberwiegende Mehrheit der Teilnehmer im\u00a0Forum dr\u00fcben bei Telepolis klar\u00a0erkannt hat, wie ein\u00a0Rechtsstaat funktioniert und wie weit an den Haaren herbeigezogen dieser Artikel und sein dahinter stehender Geist war.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Internet-Unternehmen weicht Fragen zu AdSense Aussch\u00fcttungen an Dennis Cuspert und andere Dschihadistenrapper aus Unter den mindestens 30.000 Dschihadisten, die in Syrien und im Irak f\u00fcr die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) t\u00e4tig sind, befinden sich mehrere YouTube-Channel-Betreiber &#8211; darunter der Londoner Abdel-Majed Abdel B. alias &#8220;Lycricist Jinn&#8221; (der zwei britische und zwei amerikanische Geiseln vor [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[174],"tags":[25,117],"class_list":["post-4463","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lifestream","tag-internet","tag-politics"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hanshafner.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4463","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hanshafner.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hanshafner.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hanshafner.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hanshafner.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4463"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.hanshafner.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4463\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4472,"href":"https:\/\/www.hanshafner.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4463\/revisions\/4472"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hanshafner.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4463"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hanshafner.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4463"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hanshafner.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4463"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}