{"id":1560,"date":"2011-01-18T08:45:03","date_gmt":"2011-01-18T06:45:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hanshafner.de\/wordpress\/?p=1560"},"modified":"2011-01-18T08:31:16","modified_gmt":"2011-01-18T06:31:16","slug":"crowdfunding-wies-fur-mich-war","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hanshafner.de\/blog\/2011\/01\/18\/crowdfunding-wies-fur-mich-war\/","title":{"rendered":"Crowdfunding &#8211; wie&#8217;s f\u00fcr mich war"},"content":{"rendered":"<h2>Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,<br \/>\nDer uns besch\u00fctzt und der uns hilft, zu leben.<\/h2>\n<h6 style=\"text-align: right;\">(Hermann Hesse)<\/h6>\n<p>Die Crowdfunding Kampagne f\u00fcr den Titelsong des Films Abschiedstournee ist nun fast vorbei, Zeit f\u00fcr mich, ein kleines Resumee zu ziehen.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst m\u00f6chte ich mich bei allen bedanken, die gesponsort haben und damit eine neue Idee und eine neue Art der Kulturfinanzierung erkannt und unterst\u00fctzt haben: Vielen Dank daf\u00fcr! Auch beim mysherpas Team, das mir w\u00e4hrend der Zeit immer wieder motivierend zur Seite stand, m\u00f6chte ich mich bedanken,<\/p>\n<h3>Wie alles entstand:<\/h3>\n<p>Die Idee, eine solche Crowdfunding Kampagne zu machen hatte ich schon, als Kickstarter damals vor 2 Jahren entstand, aber das passende Projekt dazu fehlte noch. Als Alexander, f\u00fcr den ich seinen ersten Spielfilm &#8220;<a href=\"http:\/\/www.pfanderfilm.de\/pages\/de\/filme\/stepnica.php\" target=\"_blank\">Stepnica<\/a>&#8221; schon vertont hatte, auf mich zu kam mit der ersten Schnittfassung vom neuen Projekt &#8220;Abschiedstournee&#8221;, war mir die k\u00fcnstlerische Notwendigkeit f\u00fcr den Song &#8220;The Good Life&#8221; sofort klar: das passte einfach und machte die Szene zu etwas besonderem. Aber mir war eben auch klar, dass ich das St\u00fcck nicht mit den \u00fcblichen Werkzeugen des modernen Desktop Komponisten auf dem angemessenen Niveau produzieren konnte.<\/p>\n<h3>Was ich alles wollte und nicht geschafft habe<\/h3>\n<ul>\n<li>Ich wollte Videos produzieren, wie Alexander und ich durch den Film gehen und verschiedene Musiken ausprobieren, die Stellen eingrenzen, in denen \u00fcberhaupt Musik ist bzw. sein muss eben eine normale Temp Session. Das stellte sich vor allem technisch als gro\u00dfe Herausforderung dar. Nat\u00fcrlich gibt es Screencapture Software und nat\u00fcrlich kann man parallel dazu mit mehreren Webcams oder sogar einem Camcorder die ganze Sache filmen, aber in der praktischen Umsetzung (drag and drop, Musiksequnzer und Film gleichzeitig offen auf 2 Monitoren mit jeweils 1680X1050 Pixeln.. welches Filmformat zeigt das schon?,), hat es sich als schwer verdaulich f\u00fcr einen Zuschauer herausgestellt. Auch die Tatsache, dass ich eben mal diesen und mal jenen Track probieren wollte und das in Realtime, so wie man das eben macht, war total langweilig. Andererseits, eine &#8220;gestellte Session&#8221; in der ich einfach 3 verschiedene Sachen schon anliegen hatte und wir so tun, als ob wir \u00fcberrascht sind wollte ich eben auch nicht zeigenl.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Ich wollte das Layout mit einer S\u00e4ngerin aufnehmen, das hat aber eben das gleiche Problem wie alles im Indiebereich ohne Budget: ich muss mal wieder eine talentierte S\u00e4ngerin dazu bekommen, ohne Kompensation ihre Zeit und ihr Talent einzubringen. Das macht irgendwann keinen Spass mehr und vergiftet auch die Verbindung zu genau den Menschen, die die Musik zum leben erwecken.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Ich wollte Interviews mit den Beteiligten Kreativen (Texter, Regisseur, Musiker, Aufnahmeleiter des Orchesters) machen, die Logistik daf\u00fcr stellte sich als un\u00fcberwindliches Problem dar.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Ich wollte alles zweisprachig machen, da ich ja sehr viele internationale Freunde habe. Das bedeutete aber nat\u00fcrlich alles doppelt zu machen. \ud83d\ude09<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Was trotzdem passierte<\/h3>\n<p>Ich habe das Ziel erreicht und darauf bin ich sehr stolz und freue mich auf die Aufnahmen und darauf, den Song fertig zu machen.<\/p>\n<p>M\u00f6glich wurde es zum einen durch die Unterst\u00fctzung durch viele kleine Betr\u00e4ge aber gegen Ende der Kampagne auch durch eine gro\u00dfe \u00dcberraschung in Form eines gro\u00dfen Sponsorings in H\u00f6he von 1\/3 des Betrages den ich brauchte. Der Sponsor m\u00f6chte anonym bleiben, was ich auch gerne honoriere, aber aus diesem Sponsoring haben sich Aufgaben ergeben, von denen noch keiner im Moment absch\u00e4tzen kann, wo sie hinf\u00fchren. But only good can come of this!<\/p>\n<h3>Was ich gelernt habe und weitergeben kann<\/h3>\n<p>Eine solche Kampagne braucht die <strong>volle Aufmerksamkeit w\u00e4hrend der Laufzeit<\/strong>, diese Zeit muss man einplanen und sich auch dar\u00fcber im klaren sein, was das bedeutet: n\u00e4mlich die Produktion vieler zus\u00e4tzlicher Inhalte und wenn diese dann auch noch von anderen Leuten abh\u00e4ngig sind, die st\u00e4ndige Abstimmung mit deren Terminkalender. Das ist ab einem bestimmten Level nicht mehr alleine zu stemmen.<\/p>\n<p>Die Inahlte m\u00fcssen unbedingt vorproduziert sein, also letztlich m\u00fcssen alle Artikel, Videos und so weiter schon fertig sein, wenn die Kampagne startet. W\u00e4hrend die Kampagne l\u00e4uft muss die ganze Aufmerksamkeit in die Verbreitung der Inhalte fliessen und darf nicht mit deren Produktion besch\u00e4ftigt sein. Die Kampagne selbst ist wie ein rollender Zug, der ist nicht einfach so zu unterbrechen.<\/p>\n<p>Der Betrag war zu niedrig, oder zu hoch, wie man es sehen m\u00f6chte. Das Problem ist, dass es nat\u00fcrlich leichter ist, &#8220;nur&#8221; \u20ac 500,- zu sammeln, aber in meinem Fall kann ich eben keine 50 Musiker plust Studio plus Tontechnik f\u00fcr diesen Betrag bezahlen. Ein h\u00f6herer Betrag w\u00fcrde dann bedeuten, dass man die eigene Arbeitszeit, die f\u00fcr die Kampagne notwendig ist, die vielen Gespr\u00e4che, Emails, Artikel, Forenbeitr\u00e4ge etc. mit einem bestimmten Betrag einplant um nicht jeden Morgen vor der Entscheidung zu stehen: mache ich jetzt Musik und investiere in meinen Katalog und meine Kreativit\u00e4t und direkt auch in den Film, oder schreibe ich einen Artikel\/Newsletter\/Forenbeitr\u00e4ge.<\/p>\n<h3>Zu guter Letzt bleiben mir aber vor allem zwei Dinge in Erinnerung:<\/h3>\n<ul>\n<li>\n<h3>Wenn man etwas nicht probiert, dann wei\u00df man auch nicht, ob es klappen k\u00f6nnte.<\/h3>\n<\/li>\n<li>\n<h3>Wenn man etwas probiert, dann geschehen meist Dinge, die vorher nicht abzusehen waren.<\/h3>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Und insofern bin ich mehr als gl\u00fccklich, es versucht zu haben!<\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, Der uns besch\u00fctzt und der uns hilft, zu leben. 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