GEMA – Der Kampf der machtlosen Autoren

Gestern Abend hat “Anonymous” eine DDOS Attacke gegen die GEMA gestartet. Pünktlich zur jährlichen GEMA Hauptversammlung.

Was die übermotivierten Aktivisten allerdings immer wieder übersehen ist, dass es sich bei der GEMA um einen Verein der Musikautoren handelt. Und das sind eben nicht nur “die großen”, sondern das sind auch kleine Künstler.

Und auch im Verhältnis Youtube (Auslöser des ganzen Dramas) – Autoren ist Youtube nicht die arme Plattform, die es zu unterstützen gilt. Sondern Youtube ist ein Unternehmen, dass sich am Markt platziert und möglichst viel Marktanteile und Umsatz generieren möchte. Erreicht wird das durch Inhalte, die die Nutzer zur Verfügung stellen. Also im Grunde genommen bereichert sich Youtube durch die Beiträge der Nutzer. Und wenn es auch im Moment noch defizitär sein sollte, so ist das eine unternehmerische Entscheidung von YouTube. Ich persönlich bin davon überhaupt nicht überzeugt, da niemand die offiziellen Zahlen kennt und ich sehe es nicht ein, warum ich einem Unternehmen wie Google einfach so alles glauben soll, was es behauptet. Das mache ich bei General Electric ja auch nicht. Oder Siemens.

Diese ganze Debatte ist leider immer wieder überschattet von Neid: ach, die blöden Künstler verdienen ja eh Millionen mit ihren Songs. Aber das ist eben nicht die Wahrheit.

Aus User Sicht kann ich nur sagen: ja, klar, ich möchte allen Content haben, den es gibt und natürlich möchte ich dafür so wenig wie möglich bezahlen. Aber die Welt funktioniert so nicht beziehungsweise geht an sowas zugrunde. und die Enttäuschungen über die Donation models, die Merchandising Models und was es sonst noch so alles gibt ist groß bei den Kreativen.

Und wenn es jetzt langsam mal die Journalisten erreicht, vielleicht ändert sich dann auch der Ton in der Berichterstattung der Massenmedien.

5 thoughts on GEMA – Der Kampf der machtlosen Autoren

  1. Ganz bestimmt unterstütze ich nicht die Aktion von Anonymous, aber nur aus einem Grund, ich halte diese für ein sinnloses Instrument in diesem Fall.
    Die Schuld liegt hier, so wie sich die Geschichte der Öffentlichkeit präsentiert, ganz klar bei der GEMA insbesondere da es ja nicht der erste Weltfremde Schnitzer ist den sich die GEMA erlaubt ich erinnere an Kinderlieder in KiGa oder Gebühren für Sekunden-Auszüge aus GEMA-Stücken, überhöhte Gebühren für Kleinveranstalter, Weihnachtsmärkte ohne Weihnachtsmusik … Zu letzt äußerten sich ja sogar selbst GEMA-Mitglieder über die Machenschaften kritisch.
    Das lässt nur wenige Rückschlüsse zu – Raffgier und Weltfremde/veraltete Vorstellungen auf Seiten der GEMA.

    Warum hier pro YT:
    – Weltweit hat es YT geschafft sich mit den Verwerten zu einigen nur in D nicht, das zeigt doch das der Wille da ist und lässt Vermuten das, dass Problem eben nicht bei YT liegt.
    – Wenn die 13 Cent die bisher kommuniziert wurden stimmen kann sich jeder selbst zusammen recherchieren das, dass nicht kostendeckend sein kann. Bleibt die Möglichkeit das YT Kostenpflichtig wird aber wer nutzt es dann? – und nochmal überall außer in D klappt das Konzept, es geht ja nicht darum das YT nicht zahlen will sondern das angemessen gezahlt wird.

    – GEMA verklagt einen potentiellen Kunden während der Vertragsverhandlungen (Wegen wenigen nicht schnell genug gesperrten Videos), Entschuldigung aber das geht ja mal gar nicht egal ob ich Madonna oder einen Straßenmusiker vertrete.

    Ich denke kaum einer Missgönnt den Künstlern ihren Verdienst seien es Millionen oder Cent auf die Art und Weise wie die GEMA hier agiert gibt es aber schlicht und einfach gar kein Geld für die Künstler und das kann ja für keinen der Beteiligten das Ziel sein. Des Weiteren habe ich in diesem Fall noch nirgends ein Argument was in Richtung “Millionenverdienste der Künstler”, Neid etc. ging gelesen.

    Ich hoffe die GEMA kommt schnell in der heutigen Zeit an überdenkt Ihre Gebührenrichtlinen und lässt den Künstlern wieder mehr Möglichkeiten, mehr Geld zu verdienen.

    Bis dahin gilt es eben Künstler zu Unterstützen die nicht GEMA Mitglied sind, es ist ja auch nicht so, dass man als Künstler auf die GEMA angewiesen ist wie viele Künstler zeigen.

  2. Das insbesondere diese X Cent wohl nicht stimmen habe ich nach ein wenig Stöbern im GEMA Blog nun auch erfahren aber dieses Argument braucht es auch gar nicht.

    Auf der einen Seite habe ich eine Organisation die schon öfter durch Ihre unpopulären “Aktionen” glänzte die für den “Normalbürger” schlicht nicht nachvollziehbar sind. Auf der anderen einen Weltkonzern der es geschafft hat überall wo nötig abkommen mit den Verwertern zu schaffen und der mir im Tausch gegen Werbung und Daten Musik zugänglich machen möchte.

    Selbst wenn da mehr dahinter steckt ist es wohl klar auf welche Seite man sich da als YT Nutzer stellt ;).

    Ich denke die GEMA hat schlicht und einfach vergessen sich ein ordentliches Image aufzubauen vermutlich da sie dies auch gar nicht für nötig hielten kommen doch die meisten sowieso nie mit Ihr in Kontakt. Die Quittung erhält sie nun und dies zu guter letzt auf dem Rücken derer die sie vertreten soll.

    Natürlich kennt man keine Details aber was ich richtig “heftig” finde ist das verklagen eines bisherigen Kunden während der Vertragsverhandlungen, wer würde da nicht erst einmal alle Verhandlungen mit seinem Gegenüber einstellen?

  3. Ich weiss gar nicht, warum sich über die GEMA bezüglich der Kindergärten immer so aufgeregt wird.
    Ein Kindergarten ist keine allgemeinnützige Einrichtung sondern auch ein “Unternehmen”, in dem Geld erwirtschaftet wird. Wenn dort urheberrechtlich geschütztes Material zum Einsatz kommt, dann muss dafür auch bezahlt werden. Und der Betrag von 50€ im Jahr ist absolut läppisch.
    Und absetzen können die Kindergärten es außerdem. Verstehe diesen ganzen Aufstand überhaupt nicht…

  4. Also, ob die Klage während der Verhandlungen, oder danach eingereicht wurde, weißt Du letztlich nur aus der Darstellung von YouTube. Es steht Dir natürlich frei, YouTube Glauben zu schenken.
    Ich mag Googles Services sehr, aber Google als Unternehmen ist undurchsichtig und hat eine Markt- und PR-Macht, die einfach größer ist als fast alles auf dem Planeten (frag mal ein paar Leute, die Ad-Word Kampagnen laufen haben!).
    Aber warum glauben wir denen? Ich jedenfalls glaube es YouTube nicht. Ihr Interesse ist zu groß und ihr PR-Gebrüll genau zu diesem Zeitpunkt ist ganz übles Kalkül.
    Und “die GEMA” das ist ein Zusammenschluss von Komponisten (nicht Musikern, auch wenn davon einige darunter sind). Aber es sind eben auch viele Komponisten, die von ihren Werken nach der Schaffung nur durch Aufführungen leben können, da sie sie entweder nicht selbst aufführen, oder sie in aneren Zusammenhängen sind, über die sie keinen Einfluss haben (Filme).
    Aber wenn ein Unternehmen damit Geld verdient, dann kann man doch nicht ernsthaft vom Komponisten erwarten, dass er sich doch bitte mit der zusätzlichen Öffentlichkeit abfinden soll. Nein es ist nur dann gerecht, wenn er an den Erträgen beteiligt wird. Er hat die Einnahmen (YouTube) und das Vergnügen (User) ja schliesslich MIT-ermöglicht. Und Gerechtigkeit ist etwas, für das ich bis an mein Lebensende kämpfen werde.

    @Stephan:
    Bei den Kindergärten ging es nicht um die Aufführung, die ist als familiärer Rahmen einzustufen und deshalb nicht lizenzbeladen.
    Es ging um das kopieren der Noten. Und das lustige ist, dass die GEMA im Auftrag (!!) der VG Musikedition die Rechnungen gestellt hat. Aber das ändert nun leider am PR Desaster nichts mehr.

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